In diesem Artikel erhalten Sie alle wichtigen Informationen über die Schleie, eine heimische Fischart, die in vielen stehenden Gewässern Europas vorkommt. Sie gehört zur Familie der Karpfenfische (Tincidae) und zeigt einen gedrungenen Körperbau, der sie deutlich von schlankeren Weißfischen unterscheidet. Als beliebte Beifangart und Speisefisch ist Schleie gleichermaßen für Angler und Gourmets von Interesse. In zahlreichen Fachzeitschriften und Onlineportalen findet man detaillierte Steckbriefe, die das Wesen dieser Art beschreiben.
Schleie gilt als Zeigerart, weil gute Bestände auf saubere Gewässer mit stabilem ökologischen Gleichgewicht hinweisen. Ihr Vorkommen informiert Biologen und Naturschützer über den Gesundheitszustand von Teichen und Seen. Oft findet man sie in alten Fischgewässern mit reichem Pflanzenbewuchs und gelegentlich in kleinen, künstlich angelegten Teichen, die zur Beobachtung und für naturfotografische Bilder beliebt sind.
Ein kurzer Steckbrief fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen und bietet eine rasche Übersicht:
Wissenschaftlicher Name: Tinca tinca
Familie: Karpfenfische (Tincidae)
Durchschnittslänge: 30–35 cm
Maximalgewicht: bis 7 kg
Lebensraum: stehende und langsam fließende Gewässer
Der lateinische Name Tinca tinca setzt sich aus Gattungs- und Artnamen zusammen und wurde bereits im 18. Jahrhundert etabliert. In der Ordnung der Karpvfenartigen (Cypriniformes) und in der Familie der Karpfenfische (Tincidae) ist Schleie eine charakteristische Fischart.
Cypriniformes fasst Karpfenverwandte zusammen, die ein zahnloses Maul und spezialisierte Schlundzähne besitzen. Innerhalb der Familie Cyprinidae zeigt Schleie typische Merkmale wie dichte Schuppen und eine ausgeprägte Hautschicht, die reichlich Schleim produziert.
Schleien besiedeln nahezu alle Regionen Europas, mit Ausnahme von Hochgebirgsseen und Nordskandinavien. Sie bevorzugen flache Zonen in Teichen und stehenden Gewässern, in denen sich unter Wasser dichter Pflanzenbestand bildet. Höhere Salinität in Brackwasserbereichen tolerieren sie nur in geringen Ausprägungen.
In Mitteleuropa finden sich die größten Bestände häufig in alten Fischteichen, die schon seit Jahrhunderten bewirtschaftet werden. Hier bieten Bodenorganismen ideale Lebensbedingungen und Angler platzieren ihre Köder gezielt am Gewässergrund.
Schleie weist einen massigen, nahezu tonnenförmigen Körper auf, der mit kleinen, dicht anliegenden Schuppen bedeckt ist. Die glatte Schleimhaut schützt vor Parasiten und erleichtert das Durchschlängeln durch dichten Pflanzenbewuchs.
Die Bauch und Afterflosse sind breit angelegt und ermöglichen ein wendiges Schwimmverhalten dicht am Gewässergrund. Die Rückenpartie ist hochrückig, der Kopf relativ breit und flach.
Die Schuppen sind kleiner und fester als bei vielen anderen Fischen, was Schleie einen robusten Schutz verleiht. Die ausgeprägte Hautschicht auf der Oberfläche bildet eine Schleimschicht, die Reibung reduziert und schädliche Mikroorganismen fernhält. Zudem speichert diese Schicht Feuchtigkeit und schützt vor Sauerstoffmangel.
Die Bauchseite geht nahtlos in die breite Afterflosse über, was markant für Schleie ist. Diese Flossenform ermöglicht ruhiges Absinken und sicheres Navigieren zwischen Krautzonen. Die abgerundete Form der Afterflosse unterscheidet Schleie von verwandten Karpfenarten und erleichtert Flossenzählungen.
Schleien erreichen typischerweise eine Länge von 30 bis 35 cm und ein Gewicht von 1,5 bis 2,5 kg. Unter optimalen Bedingungen können Exemplare bis zu 70 cm und sieben Kilogramm schwer werden. Die Grundfärbung reicht von dunkel olivgrün am Rücken bis zu goldgrün an den Flanken. Die Bauchseite zeigt einen hellen bis gelblichen Ton.
Schleien leben bevorzugt in stehenden Gewässern mit weichem, schlammigem Untergrund. Teiche mit reichem Wasserpflanzenbestand bieten Schutz und Nahrungsangebote. Im Sommer verlagern sie sich in kühlere Uferzonen und im Winter in tiefere Bereiche.
Innerhalb ihres Lebensraums agieren Schleien als typische Bodenbewohner, die in Bodennähe nach Nahrung suchen und Wurzeln sowie versunkenes Holz als Verstecke nutzen. Naturfotografen schätzen die ruhigen Bewegungen, die in lebendigen Bildergalerien dokumentiert werden.
In Fischteichen und Altarmen von Flüssen bilden Schleien dichte Bestände. Die ruhige Wasseroberfläche und geringe Strömung reduzieren Energieaufwand und ermöglichen sparsames Schwimmen. Beobachtungen zeigen, wie Schleien in Pflanzengürteln ruhen und nur bei Nahrungsbedarf aktiv werden.
Dichter Pflanzenbewuchs am Ufer, etwa aus Seerosen oder Schilf, ist entscheidend für Schleie. Die Pflanzen dienen als Laichsubstrat und Schutzgebiet für Jungfische. Erwachsene Tiere ziehen in der Dämmerung in offenen Wasserzonen Nahrung aus Bodenorganismen.
Als Bodenfische suchen Schleien ihre Nahrung direkt am Grund. Sie sind echte Allesfresser und ernähren sich von Wirbellosen, kleinen Krebstieren, Insektenlarven, Schnecken sowie Algen und Pflanzenresten. Jungschleien nehmen im ersten Lebensjahr vorwiegend feines Zooplankton und Wasserflöhe auf. Diese nahrhafte Kost ermöglicht ein rasches Wachstum und bereitet den Boden für den späteren Wechsel zu gröberen Nahrungsquellen.
Erwachsene Schleien erweitern ihr Nahrungsangebot um Mollusken und Würmer. Die flexible Ernährungsweise macht Schleie anpassungsfähig in unterschiedlichen Gewässern, wenn köder knapp sind.
Schleien laichen zwischen April und Juni, sobald die Wassertemperatur 18 bis 20 °C erreicht. Weibchen heften 300 000 bis 900 000 klebrige Eier an Wasserpflanzen. Nach drei bis vier Tagen schlüpfen die Larven und verbleiben an Substrat, bis sie frei schwimmen können. In der Balzzeit bilden Schleien dichte Schwärme, in denen die Männchen die Weibchen begleiten. Die Eiablage erfolgt meist in den frühen Morgenstunden. Bis zu fünf Laichvorgänge pro Saison sind möglich, was den Fortbestand sichert.
Schleien können ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen. In Fischteichen wurden vereinzelt Exemplare über 25 Jahre alt. Langlebigkeit hängt von Qualität des Lebensraums und Nahrungsangebot ab.
Schleienangeln erfordert feinfühlige Technik und geduldiges Abwarten.
Köderwahl: Maden, Tauwürmer und weicher Teig ziehen Schleien zuverlässig an.
Montage: Feine Pose und dünnes Vorfach erlauben das Erkennen zarter Bisse.
Köderplatzierung: Direkt am Grund innerhalb von Pflanzengürteln auslegen.
Beobachtung: Pose offen hinter den Pflanzen beobachten, um Zupfer sofort zu sehen.
Tageszeiten: Dämmerung und frühe Morgenstunden bieten höchste Aktivität.
Schleie gilt als Zeigerart, weil sie saubere, gut bewachsene Gewässer benötigt. Sie fördert Nährstoffkreisläufe, indem sie Bodenorganismen reguliert.
In Fachartikeln und Angelmagazinen finden sich oft Bilder, die typische Köderplatzierung und Schleien in ihrem Lebensraum zeigen. Als Speisefisch liefert sie zartes, nussiges Fleisch mit wenigen Gräten und spielt in regionalen Fischsuppen eine wichtige Rolle.
Schleie (Tinca tinca) ist eine faszinierende Karpfenfisch-Art, die in Teichen und stehenden Gewässern beheimatet ist. Ihr gedrungener Körper, die dichte Hautschleimschicht und die bodennahe Lebensweise machen sie zu einem typischen Bodenfisch.
Die vielfältige Ernährung, robuste Fortpflanzungsstrategie und lange Lebenserwartung unterstreichen die ökologische Anpassungsfähigkeit. Für Angler bleibt Schleie ein dankbarer Fangpartner, der mit angepasster Technik und köderwahl zuverlässig anbeißt.
Zukünftige Forschungen zu genetischen Unterschieden zwischen Brackwasser- und Süßwasserpopulationen sowie zum Einfluss von Wasserpflanzen auf den Fortpflanzungserfolg werden neue Erkenntnisse liefern. So bleibt Schleie nicht nur ein attraktives Angelziel, sondern auch ein wertvoller Indikator für gesunde Gewässerökosysteme.